Nadja fliegt durch Realität & Traum

zwischen Zeit und Raum

Das Geheimnis

Es war das Meer,dass sie anzog,wie ein riesengrosses Magnet.Jenice legte sich in den noch warmen Sand und schaute in den Himmel.Das Rauschen der Wellen,die salzige Meeresluft und das Kreischen der Möwen,dass war es,was Jenice glücklich machte.Jeden Abend,jede Nacht verbrachte sie dort.Es war ihre Welt.Verträumt starrte sie den mystischen Mond an und malte sich die schönsten Bilder in Gedanken aus.Langsam liess sie den Sand zwischen ihre Finger rieseln.Sie flüsterte zu sich selbst:“Heute Nacht komme ich zu dir,wir werden auf ewig vereint sein.“

„Hei,Jenice,na wieder hier oder besser gesagt,noch immer?“

Oh,diese vertraute Stimme,sie kam aus dem Nichts und dann stand er da,es war Lukas.Er legte sich neben Jenice.

Gross,braun gebrannt,war er,seine dunklen Locken wirkten wild und unzähmbar und seine bernsteinfarbenen Augen,waren so geheimnisvoll und wunderschön.Nur er war so schrecklich realistisch fand Jenice.

„Ach,hallo Lukas,sagte sie,was treibt denn dich hier her?“

„Na hör mal,was wohl,deine Anwesenheit,deine Schönheit und deine verrückten Gedanken.“ Theatralisch fuchtelte er mit den Händen dem Himmel entgegen.

„Ja,ja,du willst mir ja nur wieder meine Träume kaputtreden und mich damit aufziehen!“

Sie nahm eine handvoll Sand und legte sie auf Lukas Bauch.Er streichte den Sand von seinem Körper,gab ihr einen flüchtigen Kuss auf die Wange und flehte sie an:“Jenice,bitte lach doch mal wieder,du bist ständig in  deine Gedanken versunken und scheinst so unglücklich zu sein.“ Sie antwortete nicht.Dieser Lukas,er war  so lieb und immer zu Scherzen aufgelegt,nur er verstand sie so schlecht.Wie sollte er auch wissen,was in ihr vorging. Hätte sie ihm die ganze Wahrheit erzählt,hätte er gelacht und sie für völlig verrückt erklärt.Beide lagen still nebeneinander,leicht berührten sich ihre warmen Körper und sie lauschten den Geräuschen der Natur.Hier haben sie sich kennengelernt,am Meer,eines Abends,als Jenice wieder verträumt am Wasser entlang ging.Lukas joggte an jenem Abend hier am Strand entlang.Sie rempelten sich fast an und stolperten über ihre eigenen Füsse.Beide lachten und begannen sich zu unterhalten.Wie im Film,dachte Jenice damals.Tja,und jetzt kannten sie sich schon eine halbe Ewigkeit,zumindest kam es ihnen so vor.“Willst du reden?“,durchbrach Lukas plötzlich die Stille.Völlig aus ihren Gedanken gerissen bat sie:“Nein,lass mich alleine,bitte,nur heute Abend!“

„Jenice,ich muss mit dir reden,ich kann es nicht länger für mich behalten.Ich liebe dich,ich liebe dich,seit ich dich zum ersten Mal sah.“ Ohne Luft zu holen sprach er diesen Satz aus.

„Ich weiss“,mit zitternder Stimme,flüsterte sie weiter,“ja,Lukas,ich habe auf diesen Moment gewartet,doch ich wollte ihn nie erleben,denn ich liebe dich auch.Doch du weisst,wir können niemals zueinander finden,denn ich habe mein Geheimnis.Zu oft habe ich versucht es dir klar zu machen,es geht nicht.Versteh‘ mich bitte,glaub mir,auch wenn es dir schwer fällt.“

„Was ist es? Jenice,erzähl es mir doch,ich brauche dich so sehr,vertraue mir.“ Er nahm ihre Hand und drückte sie fest an sich.Mit Tränen in den Augen schaute sie ihn flehend an:“Geh,Lukas,bitte,geh…“

„Ich werde dich nie verstehen,du bist so verschlossen,so voller tiefer Sehnsucht“,er sprang auf und während er fortlief schrie er:“Ich liebe dich für immer und ewig!“

Es war schon fast dunkel und er verschwand in die monddurchleuchtete Nacht.

Jenice schaute ihm nach bis sie ihn nicht mehr sah. Weinend stand sie auf und lief zum Meer.Sie zog ihre Kleider aus und legte sie in den Sand.

Im Mondlicht sah ihr Körper aus,wie der einer wundervollen Göttin,alles passte zusammen.Ihre samtweiche Haut schimmerte in der Nacht und ihre Figur war,als wäre sie von Gottes Händen selbst erschaffen wurden.

Zitternd stolzierte sie leicht tänzelnd zum Wasser.Noch einmal drehte sie sich um und sprach zu sich selbst:“Ich werde endlich wieder ich selbst sein.“

Am frühen Morgen suchte Lukas Jenice,was er fand,war nur ihre Kleidung.Er hob sie hoch,wie in Trance und dabei fiel ein Zettel heraus,auf dem stand:“Verzauberte Meerjungfrauen dürfen keine Menschen lieben!“

Er liess die Sachen fallen und brach zu Boden.

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