Nadja fliegt durch Realität & Traum

zwischen Zeit und Raum

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Das Geheimnis

Es war das Meer,dass sie anzog,wie ein riesengrosses Magnet.Jenice legte sich in den noch warmen Sand und schaute in den Himmel.Das Rauschen der Wellen,die salzige Meeresluft und das Kreischen der Möwen,dass war es,was Jenice glücklich machte.Jeden Abend,jede Nacht verbrachte sie dort.Es war ihre Welt.Verträumt starrte sie den mystischen Mond an und malte sich die schönsten Bilder in Gedanken aus.Langsam liess sie den Sand zwischen ihre Finger rieseln.Sie flüsterte zu sich selbst:“Heute Nacht komme ich zu dir,wir werden auf ewig vereint sein.“

„Hei,Jenice,na wieder hier oder besser gesagt,noch immer?“

Oh,diese vertraute Stimme,sie kam aus dem Nichts und dann stand er da,es war Lukas.Er legte sich neben Jenice.

Gross,braun gebrannt,war er,seine dunklen Locken wirkten wild und unzähmbar und seine bernsteinfarbenen Augen,waren so geheimnisvoll und wunderschön.Nur er war so schrecklich realistisch fand Jenice.

„Ach,hallo Lukas,sagte sie,was treibt denn dich hier her?“

„Na hör mal,was wohl,deine Anwesenheit,deine Schönheit und deine verrückten Gedanken.“ Theatralisch fuchtelte er mit den Händen dem Himmel entgegen.

„Ja,ja,du willst mir ja nur wieder meine Träume kaputtreden und mich damit aufziehen!“

Sie nahm eine handvoll Sand und legte sie auf Lukas Bauch.Er streichte den Sand von seinem Körper,gab ihr einen flüchtigen Kuss auf die Wange und flehte sie an:“Jenice,bitte lach doch mal wieder,du bist ständig in  deine Gedanken versunken und scheinst so unglücklich zu sein.“ Sie antwortete nicht.Dieser Lukas,er war  so lieb und immer zu Scherzen aufgelegt,nur er verstand sie so schlecht.Wie sollte er auch wissen,was in ihr vorging. Hätte sie ihm die ganze Wahrheit erzählt,hätte er gelacht und sie für völlig verrückt erklärt.Beide lagen still nebeneinander,leicht berührten sich ihre warmen Körper und sie lauschten den Geräuschen der Natur.Hier haben sie sich kennengelernt,am Meer,eines Abends,als Jenice wieder verträumt am Wasser entlang ging.Lukas joggte an jenem Abend hier am Strand entlang.Sie rempelten sich fast an und stolperten über ihre eigenen Füsse.Beide lachten und begannen sich zu unterhalten.Wie im Film,dachte Jenice damals.Tja,und jetzt kannten sie sich schon eine halbe Ewigkeit,zumindest kam es ihnen so vor.“Willst du reden?“,durchbrach Lukas plötzlich die Stille.Völlig aus ihren Gedanken gerissen bat sie:“Nein,lass mich alleine,bitte,nur heute Abend!“

„Jenice,ich muss mit dir reden,ich kann es nicht länger für mich behalten.Ich liebe dich,ich liebe dich,seit ich dich zum ersten Mal sah.“ Ohne Luft zu holen sprach er diesen Satz aus.

„Ich weiss“,mit zitternder Stimme,flüsterte sie weiter,“ja,Lukas,ich habe auf diesen Moment gewartet,doch ich wollte ihn nie erleben,denn ich liebe dich auch.Doch du weisst,wir können niemals zueinander finden,denn ich habe mein Geheimnis.Zu oft habe ich versucht es dir klar zu machen,es geht nicht.Versteh‘ mich bitte,glaub mir,auch wenn es dir schwer fällt.“

„Was ist es? Jenice,erzähl es mir doch,ich brauche dich so sehr,vertraue mir.“ Er nahm ihre Hand und drückte sie fest an sich.Mit Tränen in den Augen schaute sie ihn flehend an:“Geh,Lukas,bitte,geh…“

„Ich werde dich nie verstehen,du bist so verschlossen,so voller tiefer Sehnsucht“,er sprang auf und während er fortlief schrie er:“Ich liebe dich für immer und ewig!“

Es war schon fast dunkel und er verschwand in die monddurchleuchtete Nacht.

Jenice schaute ihm nach bis sie ihn nicht mehr sah. Weinend stand sie auf und lief zum Meer.Sie zog ihre Kleider aus und legte sie in den Sand.

Im Mondlicht sah ihr Körper aus,wie der einer wundervollen Göttin,alles passte zusammen.Ihre samtweiche Haut schimmerte in der Nacht und ihre Figur war,als wäre sie von Gottes Händen selbst erschaffen wurden.

Zitternd stolzierte sie leicht tänzelnd zum Wasser.Noch einmal drehte sie sich um und sprach zu sich selbst:“Ich werde endlich wieder ich selbst sein.“

Am frühen Morgen suchte Lukas Jenice,was er fand,war nur ihre Kleidung.Er hob sie hoch,wie in Trance und dabei fiel ein Zettel heraus,auf dem stand:“Verzauberte Meerjungfrauen dürfen keine Menschen lieben!“

Er liess die Sachen fallen und brach zu Boden.

Lulu und Johnny

Seltsam, warum sprach sie immer in Rätseln“ , grübelte er, während er mit dem Stock im Feuer stocherte…..
Er schaute in den Nachthimmel, es war klar, die Sterne leuchteten und funkelten über ihm.
“ Die Träume sind die Realitäten von morgen…“

Das war ihr letzter Satz, bevor sie zu den anderen ging, um zu tanzen. Er schaute ihr nach, blickte unweigerlich auf ihren süssen, runden Po, der sich zart unter ihrem Sommerkleid abzeichnete.Das war aber nicht der einzige Satz, über den er nachdachte, denn jedesmal nach einem intensiven Gespräch mit ihr, befand er sich in einer Art Zwischenwelt. Wie schaffte sie es nur, ihn immer wieder zu überraschen und neugierig zu machen ?! Er, den Realisten, schlechthin….
Noch während er so in der Glut herumstocherte und ab und zu den Himmel bewunderte, sehnte er sich schon jetzt wieder nach ihrer Nähe. Einerseits hasste er dieses Gefühl der Nähe, der Leidenschaft, denn es machte ihn schwach, verletzlich und machtlos. Er konnte und wollte nie die Kontrolle verlieren, er doch nicht, und andererseits faszinierte ihn dieses Gefühl, diese Wärme und das Kribbeln im Bauch, wenn sie bei ihm war.
“ Hey, komm doch rüber zu uns „, rief eine Stimme und winkte ihm zu, aber er genoss gerade die Einsamkeit und das Knistern des Feuers.

“ Warum bin ich eigentlich hier ?, dachte er, die Musik ist nicht gerade mein Geschmack und die Leute sind echt strange.“

Doch die Antwort bewegte sich dort hinten zwischen den Lichtern zu einem alten Song mit geschlossenen Augen, ihr Haar umschmeichelte sanft ihr helles Gesicht.

Er versank in ihrem Anblick und erinnerte sich an ihre Worte:

“ Jeder Tag ist ein weiteres Geschenk an dich, das darauf wartet von dir ausgepackt zu werden.“
„Warum nur, ist es dennoch so schwer, dieses Geschenk anzunehmen, egal was darin steckt ?“ , fragte er sie damals und schaute ihr tief in die Augen.

„Weil du Angst hast, antwortete sie, die Narben des Lebens sind die Zeichen der Zukunft.“
Am Liebsten wollte er sie hier und jetzt küssen und mit ihr im dunklen Wald verschwinden, ihre zarten Lippen kosten und ihren Duft einatmen, ihren Körper fühlen und schmecken, doch er versuchte es nicht einmal, denn er liebte sie und dieses Gefühl war neu für ihn. Es raschelte….

“ Geh durch diese Tür “ , flüsterte plötzlich ihre Stimme in sein Ohr und beflügelte seine Sinne, er war betäubt und fügte sich der Emotion und der Erregung.

Wie war sie so schnell hier, bei ihm, ohne das er es bemerkt hatte und konnte sie seine Gedanken lesen ?

Sie küsste seinen Hals, er schloss die Augen, ihre Hände knöpften seine Hose auf und rutschen hinein….

Er stöhnte auf, drehte sich zu ihr und presste ihren kleinen, zarten Körper an sich.

Mit einem Ruck nahm er sie mit offener Hose auf den Arm und trug sie zu einer kleinen Lichtung.

Im warm-feuchten Moos auf einer Waldwiese legten sie sich hin und die Leidenschaft übernahm jegliche Kontrolle und während die Flammen des Feuers empor stiegen,glühten ihre Körper…..

Mit dem ersten Sonnenstrahl der durch die Äste der Bäume brach, wachte er auf und lag alleine, nackt im weichen Moos auf der nassen Wiese.

Neben ihm ein lag ein Zettel auf dem stand: “ Ein neuer Tag, packe ihn aus !“

Johnny war frisch geduscht, stand mit dem Handtuch um die Hüften vorm Spiegel und rasierte sich.
Seine Gedanken waren bei ihr und der letzten Nacht.

Wie konnte er nur so schwach werden?Lulu, diese kleine, freche, natürlich-herzerfrischende Frau, sie hatte diesen gewissen Girly-Charme,war offen, direkt, manchmal zu direkt und konnte dennoch sexy,verführerisch sein, hatte was Wildes und Durchtriebenes, obwohl sie aussah wie das Mädchen von Nebenan,kein Modeltyp und auch nicht die Hammerfrau, die jeder ansah, sie hatte ihre kleinen Makel usw…., aber ihre Augen versprachen immer irgendetwas, es lagen Geheimnisse darin verborgen, und er wollte diese unbedingt finden.
Er hasste ihre altklugen Sprüche und ihre Weisheiten, obwohl er sich dabei ertappte, darüber zu philosophieren, wenn sie weg war und fand oft ein Funken Wahrheit in ihren Worten.

Warum hatte sie eigentlich immer das letzte Wort, und woher nahm sie diesen unverblümten Optimismus ? Fragen, die ihn nicht in Ruhe ließen, denn seit er sie kannte, war alles durcheinander.

Sein Leben war in Ordnung soweit, er ging zur Arbeit, genoss die Wochenenden, entweder allein oder hatte auch mal mal einen unverbindlichen one-night-stand, las und schrieb viel, liebte Filme, ging gern ins Kino usw…

Natürlich sehnte er sich hin und wieder nach Lust und Liebe, aber eher nach Lust, der Trieb steuerte ihn mehr, als das Gefühl, denn er brauchte die gewisse Distanz,war gefangen in Vergangenheit und Zukunft, in Realität und Traum,suchte den Kick im Internet,das reichte ihm, denn mehr liess er nicht zu, bis sie plötzlich da war.
Er schnitt sich beim letzten Streifen Rasierschaum, den er wegrasierte am Hals und
fluchte leise.
Heute ließ er den Computer aus, ganz klar, kein Chat, keine emails, keine Videos usw…
Das Radio dudelte in der Küche „ It’s all over now baby blue “ drang es durch den Raum.
„Das gibt’s doch nicht“,hörte er sich plötzlich sagen und drehte am Lautstärkeregler.
Er konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen und sang mit.

“ Fluch oder Segen“ , dachte er bei sich und setzte sich an den Laptop.

„Scheiß drauf , sie hat mich verhext, schmunzelte er und brummte vor sich hin….
Sie war online….

Er öffnete das Chatfenster

Gut nach Hause gekommen?

Sie: Ja, danke und du, gut geschlafen?

Ja, ein wenig nass 😉

Sie: 😉 Und was treibst du heute?

Nichts weiter….

Sie: Das ist nicht viel, ich muss leider los,

denk an dich, bis bald, Küsschen

Er: O.K bye

Na toll, was für ein Gespräch

Er schaute ihr Album an, klickte auf ihre Fotos, er hatte ein Lieblingsbild von ihr,

schaute es an und liess sein Handtuch fallen….

Einige Tage vergingen, kein Zeichen, keine email, kein Anruf, keine SMS usw….

Johnny gab sich in dieser Zeit den vollen Arbeitsstress und fiel jedesmal spät und hundemüde ins Bett. Er träumte oft von Lulu, wie sie plötzlich in sein Bett kroch und ihn verführte, er sie dann packte und beide ihre Fantasien hemmungslos auslebten.

Als er dann seine Augen aufschlug und verschwitzt erwachte,dachte er nur : „ Ach, was kann schöner sein als solche Träume…..

Johnny war der Ansicht, das die Realität nie so wunderbar funktionierte, wie das Erlebte seiner Fantasien, obwohl er sonst ja so realistisch war,aber wenns um Emotionen, Sex und Liebe ging, blieb er lieber der Träumer und eigentlich sah Lulu das ebenso, nur sie sagte mal: „Die grössten Realisten sind die farbenfrohsten Träumer“. Was immer sie damit meinte….Zudem war sie der Ansicht, das die Kraft der Gedanken alles ermöglicht und somit Träume wahr werden.

Na und?! Er will ja gar nicht, das sie wahr werden oder doch….Er lag noch immer im Bett, nackt, denn es war so heiß in dieser oberen Altbauwohnung, diese lauhwarmen Sommernächte reichten keineswegs für Abkühlung in der Nacht. Das Fenster war offen und der leichte Vorhang bewegte sich sanft, mit jeder leichten Brise des Windes, tanzte er um die grüne Pflanze auf dem Sims.

Johnny streckte sich,stieg aus dem zerwühlten Bett und griff zum Telefon.

Noch immer unbekleidet lief er nervös im Zimmer herum.

„Tuuuut, tuuuut….Ja, Hallo“

Ihre Stimme flog in seinen Kopf, wie ein Flügelschlag eines Schmetterlings und setzte sich dann ganz sanft und wartend in seine Gedankenwelt.

„Hey, ich bins,stör ich dich gerade?“

„Nein, bin schon lange wach, bin gerade reingekommen,war vorhin schwimmen.“

„Das heißt du bist noch nass?“

Sie lachte: „Deine Zweideutigkeit ist eindeutig, hast du deswegen angerufen? “

„Ja,auch, aber ich wollte fragen, ob du Lust hast später mit mir zum See zu fahren?“

Sie räusperte sich kurz und es folgte ein kurz und knappes „ Ja“

„Dann hol ich dich ab, so um halb vier,o.k?!“

„Jupp, geht klar, freu mich, bis nachher“

Sie verabschiedeten sich und Johnny liess sich zurück aufs Bett fallen.

„Seit wann rufe ich eigentlich bei einer Frau zuerst an, das ist gar nicht meine Art“, grübelte er.

Er griff nebens Bett auf den Nachttisch und las den Zettel, den Lulu bei ihrem letzten Besuch dorthin gelegt hatte.
Langsam verfolgten seine Augen die Zeilen, und er las:

„Ich möchte dich lieben, mit all unseren Trieben.

Wild und leidenschaftlich will ich dich sehn, und

mit dir in eine berauschende Atmosphäre gehen.

Ich will meine Augen schliessen und sehnsüchtig

dahinfliessen

Will mich der Lust hingeben und in meinen Fantasien

schweben

Ich möchte deinen Körper spüren und dich langsam zu mir führen

Gleite in den warmen, feuchten Wahnsinn, bis ich kurz

vor der Ekstase bin.

Unsere Muskeln regen sich und bewegen sich,

alles ist wie vor einer heißen Explosion.

Die Körper sind naß und absolut erregt,

wartend auf das es weitergeht.

Weiter, bis wir auf einer Höhe sind,

und der unendlich lange Orgasmus beginnt.“

……

Am See angekommen, war es wunderschön, sehr warm, aber etwas windig und wolkig. Kaum Leute nur vereinzelt lagen ein paar Eltern mit Kindern oder hier und da kleine Gruppen Jugendlicher herum , die Musik hörten und Spass hatten.

„Ich kenne da hinten bei dem kleinen Felsen, eine schöne Stelle, ungestört und prima zum Relaxen, sollen wir uns dort hinlegen ? “ , fragte sie mit ihrer süssen Stimme.

“ Klar, gute Idee „, er folgte ihr durch die kleinen Sträucher und auf dem schmalen Pfad, bis zu dem ruhigen Plätzchen.

Sie hatten Glück, es war niemand da und so breiteten sie ihre Decke aus und stellten ihre Rücksäcke ab.

Lulu sah ihn mit grossen Augen an und gab ihm die Sonnencreme, zog ungeniert ihr Sommershirt aus und drehte ihm den Rücken zu, ohne ein Wort fing er an sie einzucremen, er mochte ihre weiche Haut und das Tattoo unterm Schulterblatt, es zeigte einen kleinen Anker, ein Schiffssteuerrad und eine Möwe in geschwungener Schrift stand darüber: “ hope and dreams“

Lulu unterbrach die Stille und fragte ihn: “ Was hast du die letzte Zeit so gemacht, seit unserem letzten Treffen? “

Während er über ihre Wirbelsäule strich antwortete er kurz: “ Nicht viel, das Übliche, arbeiten…warum fragst du ? “

“ Weil ich wissen möchte, was ein Mann, wie du so treibt ?“, gab sie zurück und lachte ein wenig frech.

“ Ein Mann wie ich, was soll das denn heissen ?“, er gab ihr einen Klaps auf den Po und stellte die Sonnencreme zur Seite.

“ Nix weiter, grinste sie ihn an, und legte sich auf den Bauch.

Wieder starrte er ihr auf den Po, er hatte eine magische Anziehungskraft auf ihn, diese Rundung war zu verlockend.

“ Du schaust auf meinen Hintern, ich weiss es “ , gab sie keck von sich.

“ Ja, und am Liebsten würde ich reinbeissen, wie in einen leckeren Apfel .“

“ Dann tu es doch ! Aber erst musst du mich kriegen! “

Sie lief zum Wasser und lachte.

Er mochte ihre kindliche Art, sie war verspielt und frech. Johnny sprang auf, rannte hinter ihr und fing sie im Wasser ein, wie einen kleinen zappeligen Fisch. Sie fielen in den See und umarmten sich, es war seit Langem ein Kuss, der so intensiv und innig war, das beiden fast schwindelig wurde.

Doch dann löste er sich aus ihren Armen : „Lass uns ein wenig schwimmen !“, forderte er sie auf.

Ohne zu zögern kam sie mit und beide schwammen nebeneinander her, quatschten über Gott und die Welt.

Wieder am Platz angelangt, trockneten sie sich ab und Johnny sah zum Himmel: „Sieht nicht gut aus, da hinten wirds ganz schwarz,das kann schnell gehen…“

“ Ach und wenn schon, nass ist nass, der Regen kommt und geht, wir nehmen es, wie es kommt“, sprach sie optimistisch und packte ein paar Sachen zum Essen aus.

Während sie ein Stück Wassermelone in ihren Mund steckte,lief etwas Melonensaft aus ihrem Mundwinkel am Kinn entlang.

Johnny beobachtete sie und fragte sich insgeheim, was er an dieser kleinen Person so interessant fand ?!

Sie war so unbekümmert, dennoch immer mal wieder tiefsinnig und nachdenklich, eine seltsame Mischung irgendwie.

Fand er sie nur sexy, weil sie die gleichen Vorlieben bei leidenschaftlichen Spielen teilten oder war es ihre Art, frei und fröhlich….?

Leise und sacht fielen die ersten glitzernen Regentröpfchen auf ihre Körper, pling, pling…..immer mehr.

Sie beobachteten seelenruhig die anderen Menschen am See, wie sie alles einpackten und ihre Kinder riefen, um aufzubrechen. Ein paar junge Leute fuhren mit ihren Motorrollern weg und ein Hund schüttelte sich das Wasser aus dem Fell.

Lulu nahm Johnnys Hand und sprach ganz ruhig und sanft: „Ich hab ne Idee, bleiben wir hier liegen, ich erzähle dir was und du musst die Augen geschlossen halten.“

Normalerweise gab er doch die Anweisungen und er mochte auch nicht gern, das eine Frau ihm sagte, was er zu tun oder zu lassen hatte, aber sie hatte ihn in ihren Bann gezogen und zwar unbemerkt und ohne Zwang.

Hand in Hand lagen sie nun da und der Sommerregen tropfte auf sie nieder.

Lulu fing an zu erzählen:

“ Sommerregen, warm, sanft, erotisch…

Nackte Haut,vertraut

Der stille See an dem ich liege, mein Körper nass vom warmen Regen und heissem Schweiss.

Der letzte kleine Sonnenstrahl bricht durch die Wolken und scheint auf mein Gesicht,

ein irres Gefühl, es kribbelt überall….

Die Regentropfen gleiten über meinen Körper, jede einzelne Wasserperle sucht ihren Weg.

Der Wahnsinn, meine Gedanken malen die schönsten Bilder, während ich deine Hand berühre.

Ein Film, unser Film und du spielst die Hauptrolle.

Es ist erotisch und prickelnd, meine Fantasie kennt keine Grenzen.

Willst du spüren, was ich denke, dann komm zu mir und tauche ab, in die Welt der

Leidenschaft und Triebe, dann kann unser Film beginnen…..“

Der Regen wurde stärker, sie waren nun alleine am See, Johnny öffnete die Augen und in diesem Moment setzte sie sich auf ihn und drückte den “ Startknopf „, die Vorstellung begann, bis der Vorhang fiel..

NuNu ist überall (Kleine Kinder- Bilderbuchgeschichte)

Medea lief wie immer, wenn die ersten Sonnenstrahlen den Tag begrüßten, barfuß über die kleine Dorfstraße zu dem großen Baum. Hier hing ihre Schwinge; das war ein dickes Seil, an dem ein braunes Stück Rundholz mit einem gekonnten Seemannsknoten befestigt war. Eine super Baumschaukel, die Medea über alles liebte. Sie sprang mit Anlauf auf die Schwinge und flog über die grüne Wiese. Ihr langes, glattes, schwarzes Haar streichelte ihr Gesicht und ihre leuchtend grünen Augen funkelten wie die Buchenblätter des Baumes, wenn die ersten Sonnenstrahlen sie berührten. „Sag mir wo die Blumen sind, wo sind sie geblieben?“ sang Medea melancholisch das alte Lied. „Warum heut´ so traurig?“ hörte  sie plötzlich eine ganz leise, sanfte Stimme fragen. Medea schaute sich erstaunt um und sah nichts außer den blauen Himmel, die Sonne den Baum und die Wiese. „Wer spricht denn da mit mir?“ wollte sie wissen und war sehr neugierig. „Na ich! Du siehst mich überall, wenn du willst. Schau oben in den Wipfel des Baumes über dir!“.  Ihr Blick wanderte nach oben „Hmmm,…ich sehe nur das schöne Leuchten der Blätter und die Strahlen der Sonne, die dort durchbrechen“  erklärte sie. „Genau, sprach die sanfte Stimme. „ Dann siehst du mich doch!“. Mit einem gekonnten Satz sprang sie von der Schaukel und kletterte flink auf den Baum hinauf. Sie setzte sich in die große breite Astgabel, eines ihrer Lieblingsplätze, und lauschte dem leisen Rascheln der Buchenblätter zu als der laue Frühlingswind hindurch streift.

„Bist du heute nachdenklich?“ fragte die Stimme weiter. „ Nun ja, weißt du“ erklärte Medea, alle Kinder ärgern mich so oft, weil ich noch immer sehr klein bin, obwohl ich schon bald 9 Jahre alt werde“ erzählte sie ihren Kummer. „Du bist so ein schlaues Mädchen, bist witzig, sehr fantasievoll und hübsch. Ärgere dich nicht über die Größe deines Körpers. Weißt du nicht, dass die kleinsten Dinge im Leben die größten sind?“ hörte sie das Nichts sagen. „Wie heißt du?“ wollte Medea wissen. „Gib mir einen Namen!“ klang es aus dem Baumwipfel. „Nun ja, da du im Nu da warst, nenn ich dich Nunu“ freute sie sich und rutschte den Baumstamm hinunter. Ein Tautropfen glänzte in allen Regenbogenfarben auf einer kleinen Blume auf der Wiese. Vorsichtig betrachtete sie die schillernde kleine Wasserperle. „Schau schon hast du mich wieder gefunden“  flüsterte es durch den Wind aus dem bunten Tropfen. „Das bist Du?“ fragte Medea leise. „Ich dachte du bist das Leuchten der Blätter?“ Die liebliche Stimme erklärte ihr: „Ich bin überall da, wo du die Schönheit und Liebe erkennst. Oft bin ich an stillen Orten der Ruhe und Besinnung und dort, wo die Sonne die Erde küsst oder der Mondschein die Sterne umhüllt. Ich fliege mit dem Wind, tanze mit dem Licht und genieße den Duft der Rosen. Und dort wo die Menschen lachen, singen und fröhlich sind, freue ich mich mit ihnen. Auch wenn sie weinen, bin ich da! Nur leider sehen sie mich dann gar nicht, weil ihr Kummer ihren Blick so trübt. Ich liebe den Klang der Natur und schöne Melodien. Du kannst mich überall dort finden und hören, wo dein Herz sich öffnet“.

 

Medea wurde es ganz warm und sie fühlte einen Hauch von Glück und Seligkeit. Plötzlich fühlte sie sich so wohlig umhüllt, als würde sie nach einem kalten Wintertag abends in ein duftend warmes Bad eintauchen. „Weißt du, gräme dich nicht, weil dein Körper noch klein ist. Deine wahre Größe sitzt im Herzen und da du mich sehen, fühlen und hören kannst, bist du riesig groß. Klein sind nur all die Menschen, die das nicht mehr können oder nie konnten. Sie tun mir leid!“ hörte sie Nunu sagen.

Medea legte sich auf die Wiese und sah den wattebauschigen weißen Wolken zu, wie sie am Himmel segelten und ihre Gestalt veränderten. „Bist du nun da oben?“ wollte sie von Nunu wissen. „Ja“, kam es sanft zurück und wenn du mich brauchst, weißt du ja nun wo ich bin.“ Medea lauschte den Klängen der Natur und fühlte den Frühlingswind auf ihrer Haut. Er streichelte über ihre roten Wangen. Sie roch den Duft der Wiesenblumen und begann zu singen. Ihre Stimme klang so zärtlich und rein und ihr Lied tanzte durch diesen schönen Frühlingsmorgen. Sie war glücklich.

 

„Mit wem hast du gesprochen?“ hörte sie plötzlich eine ganz vertraute Stimme fragen. Es war ihre Mutter, die gerade aus dem Garten kam. „Mit einem Engel“, antwortete sie und sang weiter……

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